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Portfolio Concept Studie
2011-11-16 14:21 von chili-assets (Kommentare: 0)
Portfolio Concept Studie:
Tail Dependence von Asset Klassen beachten
Managed Account Anbieter Portfolio Concept warnt Investoren in einer Studie davor, sich bei der Konstruktion von Investmentdepots zu stark auf niedrige Korrelationswerte der einzelnen Depotbestandteile untereinander zu fixieren. Diverse Investments hätten in der Vergangenheit mit geringer oder negativer Korrelation zu traditionellen Märkten geworben, dieses Versprechen in turbulenten Marktphasen jedoch nicht einhalten können und ebenfalls Verluste produziert.
Damit weist die Studie auf eine entscheidende Schwachstelle der von Harry M. Markowitz entwickelten Modernen Portfoliotheorie (MPT) hin. Der Ansatz der MPT beruhe auf der Diversifikation des Vermögens in Anlagen, deren Renditen möglichst gering oder negativ miteinander korrelieren, gehe dabei jedoch von einer Normalverteilung der Renditen aus. Damit sei der Investor allerdings nicht auf extreme Geschehnisse vorbereitet, die mit der Normalverteilungshypothese nicht vereinbar sind.
Die Studie stellt klar, dass es bei der Strukturierung von Portfolios um mehr als nur die Korrelation geht. Unbedingt müsse auch die Tail Dependence beachtet werden. Dabei handelt es sich um das Phänomen gleichzeitig auftretender extremer Ereignisse, bei denen ein starker Verlust in der einen Assetklasse ebenso zu einem Verlust in einer anderen Assetklasse führt. Das Auftreten solcher Ereignisse würde oft als temporäre Veränderung der Korrelationsstruktur fehlinterpretiert. Unterschiede zwischen Korrelation und Tail Dependence seien jedoch wesentlich: Während die übliche Korrelation nur den Grad des linearen Zusammenhanges zwischen Renditen erfasst, misst die Tail Dependence die nicht-lineare Abhängigkeit extremer Ereignisse. Um den Einfluss extremer Ereignisse bei der Portfoliozusammensetzung mit zu berücksichtigen, müsse man folglich über die herkömmlichen Methoden der Modernen Portfolio Theorie hinaus gehen.
Zur Schätzung der Tail Dependence wird der sogenannte Tail Dependence Koeffizient herangezogen. Dieser misst die Wahrscheinlichkeit, dass eine bestimmte Assetklasse einen Crash erleidet unter der Bedingung, dass einer anderen Assetklasse gleichzeitig dasselbe Schicksal widerfährt. Portfolio Concept weist darauf hin, dass Aktien- und Rohstoffmarkt in Crashszenarien beispielsweise eine starke Abhängigkeit zeigen würden. Breche der Aktienmarkt ein, so würde auch der Rohstoffmarkt mit einer 40 %-igen Wahrscheinlichkeit enorme Einbußen erleiden. Damit bleibt für Investoren nicht nur der angestrebte Diversifikationseffekt aus. Anleger die sich in Krisenzeiten im Aktien- und Rohstoffmarkt engagieren, erhöhen damit sogar ihr Risiko auf einen extremen Wertverlust.
Um die Resistenz eines Portfolios gegenüber Krisen zu erhöhen müssen folglich die Tail-Dependence-Koeffizienten der berücksichtigen Assetklassen möglichst klein sein. Portfolio Concept weist darauf hin, dass dies gegenüber Aktien, Renten und Rohstoffen insbesondere durch Währungsinvestments gegeben sei. Währungsstrategien könnten Portfolios insbesondere in Crash-Zeiten stabilisieren und ein sinnvolles Zusatzinvestment sein, um die Effizienz zu steigern. Institutionelle amerikanische Investoren hätten diesen Vorteil bereits erkannt und würden Währungsinvestments zur Diversifikation ihrer Portfolios einsetzen, um sich vor möglichen Crashs besser schützen zu können.


