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Pandoras Büchse
2011-04-14 10:12 von chili-assets (Kommentare: 0)
Schaltet man derzeit das Fernsehgerät ein, ist man froh an diesem Ende der Informationskette sitzen zu dürfen und nicht an der Quelle selbst. Kämpfe in Libyen, zahlreiche weitere Konfliktgebiete in den nordafrikanischen Ländern, blutige Machtkämpfe in Abidjan an der Elfenbeinküste und eine Situation in Japan, die noch vor etwas mehr als einem Monat wohl kein Mensch für möglich erachtet hätte.
Es hat schon einen Grund, warum Michael Gorbatschow ein erklärter Gegner der Atomkraft geworden ist. Als Staatschef hat er Tschernobyl mit all seinen Auswirkungen an vorderster Front miterlebt. Und vermutlich erst durch dieses Erlebnis, ist ihm die Verantwortung bewusst geworden, die eine Nutzung atomarer Energie mit sich bringt. Dieser Verantwortung ist die Menschheit, entgegen bisherigen Beteuerungen, offenbar noch nicht gewachsen. Welche weiteren Folgen sich durch die Katastrophe in Japan für die Einwohner, die Umwelt, die Wirtschaft und im Zuge der globalisierten Vernetzung auch für uns in Europa ergeben werden, kann aufgrund der Komplexität selbst von Experten noch nicht vollständig abgeschätzt werden.
In Staunen versetzt hat uns auch die Meldung aus den USA, dass in einigen Bundesstaaten Gold als offizielles Zahlungsmittel zugelassen wurde. Zwar ist nicht anzunehmen, dass Konsumenten ihre kostbaren Sicherheitsreserven zukünftig für Einkäufe verschleudern. Dennoch ist dieser Schritt ein klares Zeichen gegen die derzeitige Geldpolitik. So heiß, wie die Druckpresse für amerikanische Dollar-Noten mittlerweile gelaufen sein müsste, fragt man sich, ob eine Regelung zur Begrenzung der Geldmenge in absehbarer Zeit nicht doch ein verantwortungsvoller Schritt wäre.
Die Produktanbieter sind im Sinne Ihrer Kunden stärker gefordert, als je zuvor. Anlagestrategien, die sich einem Index all zu sehr verbunden fühlen, stehen vor dem Problem, dass sie sich im kurzlebigen Marktumfeld zunehmend schwieriger erfolgreich umsetzen lassen. Wer es leid ist ein Spielball der Märkte zu sein, der durch die ständigen Auf- und Abwärtsphasen unkontrollierbar hin und her geworfen wird, hat zwei Möglichkeiten: Die Orientierung zurück zum Geldmarkt, wobei die Inflation eine reale Bedrohung für den Werterhalt darstellt. Oder aber die Erweiterung des eigenen Anlagehorizontes verstärkt hin zu Anlagemodellen, in denen die Leistung des Managements vergütet wird und nicht nur dessen bloße Präsenz. Wo verstärkt nach solchen Handelsstrategien gesucht werden muss, steht für uns fest, seit wir uns mit Managed Accounts befassen. In keinem sonst bekannten Anlagemedium finden sich so viele Anbieter, die der Performance Fee zur Leistungsvergütung den höchsten, ja teilweise sogar einzigen Stellenwert einräumen.
Leistung für den Kunden – ohne die Möglichkeit, die Verantwortung auf das gute oder schlechte Marktumfeld abschieben zu können – wird damit zum zentralen Thema der Anlagephilosophie. Und Leistung rechtfertigt auch immer eine Vergütung, die der Investor bereitwillig bezahlen wird.


