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Managed Accounts – mittendrin statt außen vor

2011-03-16 16:26 von mpapen (Kommentare: 0)

tl_files/images/Grafik_mittendrin.gifGeldanlagen sind Vertrauenssache. Das war bereits bei dem im Mittelalter praktizierten Geldwechsel so und auch in Zeiten des heutigen Börsenhandels hat sich daran nichts geändert. Es geht um Vertrauen in die Seriosität des Anbieters, in die Fähigkeit des Managements verschiedenste Marktsituationen rechtzeitig zu erkennen und – mit den richtigen Maßnahmen zu reagieren.


Der tatsächliche Handel erfolgt bei den meisten Kapitalanlagen heutzutage allerdings „unter Verschluss“. Informationen über Kauf- und Verkaufentscheidungen gelangen nur in wenigen Situationen bis zum Investor selbst. Zielpositionen werden maximal einmal pro Monat per Factsheet kommuniziert und oft sieht das aktuelle Portfolio bei Erscheinen dieser Unterlage bereits vollkommen anders aus.

Sowohl Präsentationen, Broschüren, Prospekte als auch Internetseiten haben ein Manko: sie spiegeln immer nur das Bild des Produktes wieder, das dem Image des Anbieters förderlich ist. Was fehlt ist der ungetrübte Blick ins Portfolio. Denn nur dieser ermöglicht es dem Investor, sich ein „Gefühl“ für das wahre Potential und eben auch die Risiken einer Anlage zu erarbeiten. Die .com-Blase, die US-Immobilienkrise, die Fondsskandale um Bernhard Madoff und Helmut Kiener, die Problematik offener Immobilienfonds und auch die angelaufene Schuldenkrise veranlassen Investoren heute viel mehr, über die exakte Zusammensetzung ihres Portfolios informiert zu sein. Sowohl bei Investmentfonds, als auch bei Lebensversicherungen wird diesem berechtigten Informationsdrang nicht annähernd entgegengekommen. Der Blick ins Portfolio reflektiert stets nur eine Momentaufnahme. Ausnahmen werden nur für große institutionelle Investoren vorgenommen, die in Form von regelmäßigen Reportings über detaillierte Informationen zur Allokation verfügen und einen intensiven Kontakt zu den Managern ihrer Zielinvestments pflegen. Wer wirklich verstehen möchte, auf welche Kapitalanlage er sich einlässt, kommt nicht daran vorbei: er muss den Handel live miterleben. Selbst wenn das Management keine verbale Begründung für die einzelnen Anlageentscheidungen liefert, ist diese Möglichkeit bis dato doch nur bei einer einzigen Anlageform gegeben – Managed Accounts. Der direkt auf dem kundeneigenen Konto erfolgende Handel kann von jedem Investor in Echtzeit mitverfolgt werden. So lässt sich erkennen, ob Investmentphilosophie, Hochglanzbroschüren und Marketingaussagen auch tatsächlich mit der Leistung des Managements übereinstimmen. Insbesondere bei eher kurzfristig orientierten Tradingstrategien ist es mit einem regelmäßigen Blick auf die Zielpositionen möglich, sich einen Überblick über das eingegangene Risiko im Handelsverlauf zu verschaffen. Abseits der Werbeversprechen eines Unternehmens erkennen Kunden auf diese Weise recht schnell, ob sie dem eingegangenen Risiko auch langfristig gewachsen sind.

Transparenz ist allerdings auch bei Anlagestrategien, die Zielinvestments in einer komplexen Zusammensetzung längerfristig im Portfolio halten ein wertvoller Aspekt. Bei verschiedenen Multi-Asset Fonds ist das in den letzten Jahren sehr deutlich geworden, als im Zuge der Finanzkrise einzelne Zielinvestments vorübergehend nicht mehr bewertet wurden oder sogar abgewickelt werden mussten. Obwohl meist nur ein geringer Teil des Portfolios betroffen war, wurde das Pricing einiger Multi-Asset Fonds über Wochen und Monate hinweg ausgesetzt. Damit war der Fonds nicht handelbar und Anleger konnten Fondsanteile nicht mehr in teilweise dringend benötigte Liquidität eintauschen. Mit der emotionalen Anspannung, die diese Unsicherheit bei Investoren ausgelöst hat, ist ein starker Vertrauensverlust einhergegangen, der dem Ruf dieser Anlageform bis heute geschadet hat.

Abgesehen davon, dass sich Vermögensverwalter durch die Finanzkrise verstärkt dieser Gefahr bewusst geworden sind und bzgl. der Auswahl ihrer Zielinvestments noch sorgfältiger vorgehen, können auch Investoren dieser Gefahr vorbeugen: Mit Managed Accounts. Bei einem Managed Account, wäre der Bewertungsausfall eines Zielinvestments zwar ärgerlich, allerdings würde das Pricing des Gesamtportfolios nicht still liegen. Die Liquidität aller nicht betroffenen Positionen würde dem Kunden weiterhin zur freien Verfügung stehen. Die Kontoentwicklung würde abgesehen von der einzelnen betroffenen Position unverändert fortgeführt und könnte weiterhin eingesehen werden.

Transparenz schafft ein gewisses Maß an Sicherheit und Erkenntnisse über den Handelsstil. Bei anhaltend guter Managementleistung kann dies zu einer sehr starken Vertrauensbasis mit dem Kunden führen. Wenn der Eindruck entsteht, das „Das Management genau weiß, was es da tut!“ werden auch die Kontrollblicke zur aktuellen Portfolioallokation sicherlich weniger werden. Fern von den Marketingaktivitäten der Unternehmen ist dies ein Grundstein für eine langfristig solide Beziehung zwischen Management und Investor, die nicht nur institutionelle Kunden zu schätzen wissen werden.

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